Spielplan 2016/2017

Margrit Kempf
Letzter Vorhang

Spielplan 2016/2017

Onkel Toms Hütte
Onkel Toms Hütte

Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

100 Quadratmeter
100 Quadratmeter

Zu spät! Zu spät! Zu spät!
Zu spät!
Zu spät! Zu spät!

Hautnah
Hautnah

Krach im Hause Gott
Krach im Hause Gott

Auf ein Neues
Auf ein Neues

Ein Volksfeind
Ein Volksfeind

Don Karlos
Don Karlos

Das Haus am See
Das Haus am See

Spielplan 2015/2016

The King's Speech - Die Rede des Königs
THE KING'S SPEECH

Onkel Toms Hütte
Onkel Toms Hütte

Ein Volksfeind
Ein Volksfeind

Krach im Hause Gott
Krach im Hause Gott

Zwei beste Freunde
Zwei beste Freunde

Das Haus am See
Das Haus am See

Auf ein Neues
Auf ein Neues

Der große Gatsby
Der große Gatsby

Die Marquise von O...
Die Marquise von O...

Die Harry Belafonte Story
Die Harry Belafonte Story


Kempf Theatergastspiele    
Kreativität
Kultur
Können
Kunst
   

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Letzter Vorhang

        
Margrit Kempf war vier Jahrzehnte Leiterin
der Theatergastspiele Kempf - jetzt hört sie auf


Margrit Kempf - Foto Claus Schunk
Margrit Kempf hat ihr Büro mit Gastspielplakaten tapeziert. Rechts im Bild: Ron Williams, mit dem sie eine besondere Freundschaft verbindet. (Foto: Claus Schunk)


Das Drama beschränkte seinen Aktionsradius nicht immer nur auf die Bühne - in diesen vier Jahrzehnten Tourneetheater. Einmal etwa weilte Margrit Kempf beim Skifahren in Vorarlberg, als sie auf der Piste einen Anruf erhielt: Der Tour-Lastwagen ihres Unternehmens, der gerade in Westdeutschland unterwegs war, sei in Flammen geraten, teilte die Stimme am anderen Ende mit. Margrit Kempf, Leiterin der Theatergastspiele Kempf, fackelte nicht lange: Sie überzeugte den Mann, noch wichtige Papiere aus dem brennenden Wagen zu retten, und organisierte kurz entschlossen einen neuen Laster sowie einen Techniker am Ort: So konnte das Gastspiel, Schillers "Räuber", am Abend doch plangemäß über die Bühne gehen - auch wenn man an den Kulissen noch Schmauchspuren erkannte und manch eine Requisite ein wenig angekokelt roch. "Das war schon sehr aufregend", erinnert sich Kempf.

Insgesamt rund 12 000 Aufführungen im gesamten deutschsprachigen Raum hat die 69-Jährige als Leiterin der Theatergastspiele Kempf seit den Siebzigern zu verantworten, aber damit wird es nun bald vorbei sein. Margrit Kempf hört auf. Aus Altersgründen. "2016/17 war mein letzter Spielplan", sagt sie. "Ich habe niemanden gefunden, der mir nachfolgt. Und so ein Unternehmen ist nun mal sehr an die Person gebunden." Nicht der Hauptgrund, aber auch ein Kriterium: Die Konkurrenz wird größer, freie Gruppen, Landestheater und andere Tourneetheater wie die Konzertdirektion Landgraf rivalisieren um die Engagements am deutschsprachigen Markt, ein zunehmend fordernder Wettbewerb, zumal etliche Kommunen nicht mehr so viel Geld für Kultur ausgeben wie früher.

Am 18. Februar startet noch in Ottobrunn die einmonatige Wiederaufnahme einer "Don Karlos"-Produktion und am 4. März wird es in Waldkraiburg die letzte Premiere einer Produktion aus dem Hause Kempf geben: die Komödie "Hundert Quadratmeter" mit Beatrice Richter und ihrer Tochter Judith Richter in den Hauptrollen, Regie führt René Heinersdorff. Im Frühsommer fällt schließlich der letzte Vorhang: Die Theatergastspiele Kempf, die jahrzehntelang zu den führenden Deutschen Tournee- und Gastspielunternehmen gehörten und auf 240 Tourneen nach eigenen Angaben rund vier Millionen Zuschauer erreicht haben, sind dann Geschichte. "Gott sei Dank", sagt Margrit Kempf in ihrem Grünwalder Büro. Nun, das darf man nicht falsch verstehen, Kempf, die eine ebenso so vornehme wie freundliche Erscheinung ist, wird nie aufhören, das Theater zu lieben. Aber auf den Stress, den permanenten Druck, den immensen Organisationsaufwand, kann sie nach so vielen Jahren verzichten. "Es war jetzt einfach mal Zeit."

Leicht fällt der Abschied gleichwohl nicht, Wehmut, schöne Erinnerungen und Stolz auf das Erreichte schwingen bei der im unterfränkischen Amorbach geborenen Kempf natürlich mit. Seit 1975 war sie in der Firma aktiv, 40 Jahre lang als Leiterin. Fotos von Senta Berger oder Uschi Glas in ihrem Büro, das hübsch im ersten Stock eines Gebäudes über der Trambahn- Endstation in Grünwald liegt, erinnern an die erfolgreichen Anfangsjahre. "Damals hatte ich ein glückliches Händchen, als ich etwa die 36-jährige Senta Berger für ,Hedda Gabler' engagieren konnte", sagt Kempf. Sie selber war als angeheiratete Nichte von Rudolf Kempf, der 1929 die Konzertdirektion Kempf in Erfurt gegründet hatte und nach dem Krieg als Impresario in München wirkte, ins Unternehmen eingestiegen. Da sie schnell lernte und Sinn fürs Wirtschaftliche hatte, stieg sie rasch auf.

Sie war eine Theaterbesessene, die sich als Autodidaktin alles Nötige selbst beibrachte

Die Autodidaktin rannte jeden Abend zu den Münchner Bühnen, las Schauspielführer. "Ich war theaterbesessen." Qualität spielte für sie von Anfang an eine Rolle, sie baute durch Gespür und eine charakteristische Mischung aus Charme und Entschlossenheit ein breites Netz an Schauspielern und Regisseuren auf, organisierte Probestätten, wählte spannende Stoffe und intervenierte schon mal, wenn ihr ein Regieansatz missfiel. Neben Senta Berger oder Uschi Glas wirkten in ihren Produktionen namhafte Darsteller wie Will und Christian Quadflieg, Joachim Fuchsberger, Jutta Speidel oder auch Marion Kracht und Ron Williams mit. Das Spektrum des Spielplans umfasste neben deutschen Klassikern wie Schiller oder Kleist moderne Klassiker wie Jean-Paul Sartre, Henrik Ibsen, oder Arthur Miller, dazu zeitgenössische Dramatiker wie Thomas Bernhard, George Tabori oder Roland Schimmelpfennig.

Seit der Jahrtausendwende kamen Auftragswerke hinzu, die sich durch die Verbindung von Schauspiel mit Musik auszeichneten, und mit denen die Theatergastspiele Kempf ihr Profil neu schärften. Produktionen wie "I Have A Dream - Die Martin Luther King Story", "Ella und Billie", "Die Nelson Mandela Story", "Die Harry Belafonte Story" oder "Onkel Toms Hütte" avancierten zu Erfolgen, und Ron Williams, der in diesen teils preisgekrönten Produktionen häufig die Hauptrolle spielte, wurde deutschlandweit gefeiert. "Er gehört bei uns zum Inventar", sagt Kempf schmunzelnd, die mit Williams eine langjährige Freundschaft verbindet. Kempf, die einen schwarzen Adoptivsohn hat, lagen diese Inszenierungen auch wegen des gesellschaftspolitischen Hintergrunds, etwa der Geschichte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, besonders am Herzen. Etliche dieser Auftragswerke, aber auch andere Produktionen der Theatergastspiele Kempf wurden mit Inthega-Preisen (Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen) ausgezeichnet - zuletzt gab es 2013 für "The King's Speech" mit Götz Otto einen ersten Preis.

Margrit Kempf wird in den kommenden Monaten noch viel Theaterluft atmen, manche ihrer Produktionen werden auch von anderen Agenturen übernommen. In Hallbergmoos hat sie zudem noch eine Menge Requisiten und Kostüme in einer Halle gelagert, die sie los zu werden gedenkt, und im Juli wird schließlich das Büro in Grünwald aufgelöst. Die Liebe zum Theater wird aber sicher weiterbrennen, und das Skifahren will Kempf, die heuer 70 wird, auch nicht lassen. Erst jüngst hat sie sich neue Brettl gekauft.

Von Udo Watter - Süddeutsche Zeitung, 14. Februar 2017


Margrit Kempf wird geehrt- Foto Achim Zeppenfeld
Margrit Kempf und das Ensemble von "Don Carlos" bei der Premiere am 18.2.2017 in Ottobrunn. Zum Dank für über 40 Jahre erstklassige Produktionen gab es Blumen und großen Beifall. (Download Foto: Achim Zeppenfeld)



        
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Hier erfahren Sie aktuelle Neuigkeiten
über unsere Produktionen und Schauspieler.

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Hautnah

        
Ron-Williams-Show
feiert spektakuläre Deutschlandpremiere

Autobiografischer Konzertabend in Oberkirch mit dem amerikanischen Entertainer und der Jörg-Seidel-Band

Ron Williams »Hautnah« feierte eine spektakuläre Premiere der Deutschland-Tournee in Oberkirch, stehende Ovationen, rhythmischer Beifall, Zugabe um Zugabe inklusive in einer sehr persönlichen und mitreißenden Show.
Baden Online - 13.11.2016


        
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Onkel Toms Hütte

        
Theateraufführung "Onkel Toms Hütte"
am 18. Oktober 2016 in Nördlingen


Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Kempf,

die Vorstellung "Onkel Toms Hütte" am gestrigen Abend war

GROSSES THEATER!

Nur ganz selten in den letzten drei Jahrzehnten, in denen wir das Abonnement-Theaterprogramm anbieten waren die Besucher, derart zufrieden und fast schon "glücklich" über die Inszenierung und die schauspielerische und gesangliche Leistung!

Alle, und wirklich alle Besucher haben sich mir gegenüber ausdrücklich bedankt und die Wahl des Stückes und die Aufführung äußerst gelobt. Ich habe dieses Lob Herrn Ron Williams und den noch anwesenden Schauspielern so weiter gegeben und möchte Ihnen auf diesem Wege ebenfalls herzlich für die Produktion, Inszenierung und Vorstellung von "Onkel Toms Hütte" danken. Es war ein Theatererlebnis, wie es nur selten zu sehen ist!

Mit freundlichen Grüßen und Besten Wünschen an Sie und Ihre Mitarbeiter im gesamten Team und an das Ensemble

i.A. Rudi Scherer
Kulturamt Nördlingen



ONKEL TOMS HÜTTE wurde für den INTHEAGA-Preis
"DIE NEUBERIN 2016" nominiert


3. Tournee:
1. bis 30. Oktober 2017


Terminierung und Durchführung:
Tournee-Theater Thespiskarren
Aegidientorplatz 2, 30159 Hannover, Tel: 0511-980 98 11, Fax: 0511-980 98 155
postbox@thespiskarren.de


Onkel Toms Hütte


        
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Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

        
Wir machen uns das Leben zur Hölle!

Es funktioniert noch immer: In dem Bühnenklassiker "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" zerfleischt sich ein in die Jahre gekommenes Ehepaar und liefert den Zuschauern einen gruseligen Schaukampf, bei dem alles gesagt wird, was richtig weh tut. So geschehen im Haus der Kultur, wo Leslie Malton und Felix Manteuffel präzise verbale Schläge abfeuerten - bis zum Showdown nach zweieinhalb Stunden

[...] Martha, wunderbar in all ihren Facetten gespielt von Leslie Malton, ist attraktiv, temperamentvoll, gleichzeitig vulgär und hemmungslos. George mit seinem wildem, weißen Haarschopf, wirkt erst einmal recht gemütlich, gibt sich ignorant und schluckt die Bosheiten. Felix von Manteuffel spielt den Georg lauernd, immer darauf bedacht, eine boshafte Pointe zurückzuschießen. Man ahnt die Rache. [...]

Szenenfoto © Achim Zeppenfeld

 
Eine gelungene Premiere der Kempf Theatergastspiele, die mit dem Auftritt im Haus der Kultur in Waldkraiburg am Donnerstag ihre Tournee eröffneten.
OVB-Online, 15.10.2016


        
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The King's Speech

        
Ensemble der Kempf Theatergastspiele
begeistert im Wormser mit Stück von David Seidler

Das Ensemble der Kempf Theatergastspiele, das nach Wiederaufnahme des Stücks unter Regie von Christoph Brück in Worms Premiere hatte, wurde mit stehenden Ovationen gefeiert. Vor allem Herbert Schäfer als Bertie und Steffen Wink als Lionel Logue leisteten Großartiges. Auf ihre spannungsreiche Beziehung, dargestellt in einem facettenreichen Spiel, konzentrierte sich das ganze Geschehen.
Wormser Zeitung, 28.01.2016



Szenenfoto © Helmut Blecher

„The King’s Speech“: Schäfer und Wink
brillieren in Haiger mit großer Schauspielkunst

Intensiv, emotional, ironisch und manchmal auch herrlich komisch war die Aufführung von David Seidlers Schauspiel.
[...] Herrlich despektierlich und wundervoll kauzig erfüllte Steffen Wink die Figur des Lionel Logue, der Albert kumpelhaft Bertie nannte, mit Leben. Herbert Schäfer spielte den späteren König George VI. mit großer Bravour und einer wahrhaft königlichen Leistung.

Dillzeitung, 01.02.2016

        
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Krach im Hause Gott

        
Die Premiere von „Krach im Hause Gottes“ besticht durch Witz, theologischen Tiefgang und aktuelle Bezüge.

Ein großes Vergnügen ist das Stück – eine komödiantische Religionssatire im famosen Kammerspiel-Format, top-aktuell, stark inszeniert und gespielt und mit ausgesprochen gutem und gehobenem Witz.

[...] Es wimmelt nur so von Steilvorlagen für gute Scherze – allein die vielen Sprichwörter mit Gott drin aus dem Munde Gottes selbst sind außerordentlich köstlich – und Autor Felix Mitterer sowie Regisseur Niko Büchel und sein Ensemble wissen diese Steilvorlagen auch bestens zu versenken. [...]

Szenenfoto © Oliver Paul

 
Die Fallhöhe zwischen lockerer Komödie und dann doch plötzlich sehr ernsten Gedanken ist wunderbar und wird vom Ensemble – allen voran Bernhard Bettermann als Satan und Jörg Reimers als Gott – glänzend getragen. Auch Sebastian Sash als stets federleichter Geist und ein nahezu authentisch wirkender Tim Bettermann als bärtiger Jesus im coolen Straßen-Outfit machen eine Menge Spaß. [...] Als Gottesmutter Maria macht Mimi Fiedler ein starke Figur.
Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 20.11.2015


        
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Onkel Toms Hütte

        
Perfekte Premiere mit Onkel Tom

Waldkraiburg. Die Premieren-Vorstellung von "Onkel Toms Hütte" am Freitagabend im Haus der Kultur in Waldkraiburg war ein echter Erfolg.

Im sehr gut gefüllten großen Saal präsentierte der berühmte US-amerikanische Schauspieler, Sänger, Synchronsprecher und Moderator Ron Williams ein begeisterndes Stück. Das besondere an der Vorführung war, dass die Geschichte zum einen das Stück "Onkel Toms Hütte" von Harriet Beecher Stowe zeigte und zum anderen die Geschichte über einen Resozialisierungskurs von vier straffälligen amerikanischen Jugendlichen erzählte.

Szenenfoto © Dominik Müller

 
Mit nur vier weiteren Schauspielern und einem Keyboarder wurde bei diesem Stück ein modernes Theaterspiel mit zahlreichen wechselnden Rollen meisterlich inszeniert und oben drauf gab es viele schöne und vor allem bekannte Songs aus dem Gospel, Rock, Soul und Pop zu hören. Diese Kombination ergab am Ende ein äußerst herzergreifendes Stück über Menschenrechte im Bezug zur Sklaverei und zum Nachdenken ebenso wie beste Stimmung im Publikum bei den vielen schönen Songs.
 
Das Finale mit "Let it shine" sorgte für stehende Ovationen im Publikum: Die sechsköpfige Gruppe mit dem bereits 73-jährigen Ron Williams hatte alle Erwartungen übertroffen.
Von Ludwig Stuffer - Innsalzach24.de, 26.09.2015


        
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Ein Volksfeind

        
Bestürzend aktuell:
„Ein Volksfeind“ in Schüttorf

Ein exzellentes Ensemble sahen die Besucher des Theaters der Obergrafschaft am Sonnabend in Schüttorf. Das Schauspiel „Ein Volksfeind“ spielt zwar im 19. Jahrhundert, kann aber auch auf die heutige Zeit bezogen werden.

Szenenfoto, Foto Salih Usta

 

Spielzeiteröffnung im Schlosstheater:
„Ein Volksfeind“ und ein Prolog

Fulda. Zwei Premieren an einem Abend: Bei der Eröffnung der Fuldaer Theatersaison am Donnerstag überzeugt die Tournee-Erstaufführung des Umweltkrimis „Ein Volksfeind“. Den Prolog bestreitet Fuldas neuer Oberbürgermeister, der zum Spielzeitstart erstmals das Publikum begrüßt.

Schon einmal begann eine Spielzeit mit dem „Volksfeind“: Allerdings wurde im Jahr 1973 das Original von Henrik Ibsen aufgeführt. Diesmal stellt das Ensemble der Kempf Theatergastspiele den „Volksfeind“ von Rainer Erler nach der Vorlage von Ibsen zur Diskussion – das die beklemmende Aktualität des Originals auf seine Weise bestätigt. Auf der Bühne werden zwei Top-Themen unserer Zeit verhandelt: ein Umweltskandal und politische Korruption. Erler, bekannt geworden mit Filmen wie „Fleisch“ oder „Plutonium“, die brisante gesellschaftliche Probleme thematisieren, hat seinen „Volksfeind“ in einem Interview so beschrieben: „Von Ibsen die Grundidee, die Fabel und die perfekte dramatische Konstruktion. Von Erler das Stück, die Sprache von heute, der Konflikt von heute und die Figuren von heute – in der Maskierung der Silvesterwoche 1899.“ Erler kommt in seinem 90-Minuten-Drama mit sechs Personen aus und verzichtet auf Ibsens Volksversammlung.

Szenenfoto, Foto Salih Usta

 
Der Inhalt in wenigen Sätzen: Badearzt Stockmann findet heraus, dass die Quellen seines Heilbades verseucht sind. Die Kurbad-Aktiengesellschaft vertuscht den Skandal und feuert den Mediziner. Die Macht der Wahrheit muss sich der Wahrheit der Macht beugen. Der Idealist unterliegt einer „korrupten Clique“ und steht am Ende vor einer teuflischen Entscheidung: Soll er ein finanzielles Angebot ablehnen, um seine Glaubwürdigkeit zu retten, oder soll er es annehmen, um mit dem Geld die Misere zu beseitigen?
 
Thomas Stockmann, den Rufus Beck konzentriert, leidenschaftlich und sehr glaubwürdig spielt, lässt offen, was der fanatische Wahrheitssucher tun wird. Becks Deutung entspricht seiner Beschreibung dieser Rolle: Sein Stockmann ist einerseits ein sympathischer, charismatischer, energiegeladener Mensch, andererseits ein verbohrter Fanatiker und egozentrischer Querulant. Stockmanns Monologe hat Beck verfasst und mit aktuellen Zitaten ausgestattet.
 
Hochkarätiges Ensemble
 
Um den vorzüglichen Beck schart sich ein hochkarätiges Ensemble mit Christiane Mudra als pragmatisch-emanzipierte Ehefrau Kathrin; Michael Rast als Stockmanns Bruder Peter, der Prototyp eines mies-gnadenlosen Polit-Karrieristen, nach dessen Verständnis sich der Einzelne dem Interesse der Mehrheit unterordnen muss; Manuel Klein als Redakteur Hovstad, der die Weltrevolution predigt, aber letztlich mit den Wölfen heult; Wolfgang Grindemann als aalglatt-schmieriger Druckereibesitzer Björnson, ein zynisch-verschlagener Ränkeschmied; sowie schließlich Ralf Weikinger als robust-uneinsichtiger Gerbermeister Morten Kiel, dessen Betrieb die Quellen verschmutzt, und der sich die durch die drohende Aufdeckung der Katastrophe um sein Lebenswerk gebracht fühlt.
 
Der erbitterte Kampf für die Wahrheit und der Bruderkrieg bei den Stockmanns ereignet sich in einem minimalistischen Bühnenbild (Claudia Weinhart) auf einer großen schrägen Fläche. Der versierte Christoph Brück, verantwortlich für die hochspannende, wortkonzentrierte, mitunter sarkastisch-humorige und in ihrer Dramatik nie nachlassenden Inszenierung, zeigt Menschen, die „im tiefen Morast waten, bis sie darin steckenbleiben“. Das Publikum verfolgt die packende Deutung eines Stücks, in dem „der Witz der Lüge auf den schleichenden Gang der Wahrheit trifft“ (Brück) mit hoher Aufmerksamkeit. Der Schlussbeifall steigert sich zu rhythmischen Ovationen, über die sich auch der Regisseur und die Ausstatterin freuen. Alle werden von Theaterleiterin Angelika Lieder mit Blumensträußen bedacht.
Von Christoph A. Brandner – Fuldaer Zeitung, 27.09.2015


        
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The King's Speech

        
Über 40.000 Euro für die Flüchtlinge

Auf Initiative von Götz Otto hat unser Ensemble „The King’s Speech“ eine Spendenkampagne
der Welthungerhilfe unterstützend für die Flüchtlinge in Syrien und im Irak gesammelt.


Das Ensemble von The King's Speech freut sich über die Spenden für die Flüchtlinge

Wir danken den Schauspielerinnen und Schauspielern für ihr Engagement, und – auch im Namen unseres Ensembles – besonders allen Veranstalterinnen und Veranstaltern, die diese Aktion ermöglicht haben, sowie allen Spenderinnen und Spendern, durch die im Tourneeverlauf die unglaubliche Summe von 40.785,59 € zustande gekommen ist.

Das klingt viel, ist aber leider nur ein Tröpfchen auf dem berühmten Stein, denn die Situation der syrischen Flüchtlinge wird immer dramatischer. Dennoch hilft es der Welthungerhilfe, die vor Ort sehr aktiv ist und versucht, die schlimmste Not zu lindern.

Also nochmals: Vielen Dank.


        
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Amphitryon

        
Das Ich ist ein Anderer

Bernd Seidel inszeniert im Ottobrunner Wolf-Ferrari-Haus Heinrich von Kleists Klassiker „Amphitryon“ mit einem großartigen Ensemble als hintersinnige Verwechslungskomödie – und erntet viel Applaus


[...] Beeindruckend ist, wie die Equipe der Darsteller miteinander agiert, wie alle Akteure die choreografischen Einfälle umsetzen, wie sie die nicht immer ganz einfache und für moderne Ohren partiell ungewohnte Sprache Kleists verlebendigen und deren poetischen Zauber transportieren. Die teils wunderbare Rhythmik der Worte, die gerne mit dem Problem der Identität spielt findet auch schöne Übersetzungen in den Bewegungsabläufen: Mal sinnliche, mal leicht aggressive Körperlichkeit, synchron-verspielte Eleganz der Doppel-Ichs, oder auch skulpturale Posen antiker Statuen – die Bildsprache ist ästhetisch, aber auch verspielt-dynamisch. Überhaupt atmet die Inszenierung eine antikisierende, ätherisch-helle Schönheit, die sich auch im Bühnenbild manifestiert, wobei zum Weiß der Rundtreppen, Pforten und Säulen ein langes rotes teppichartiges Tuch als farblicher Akzent hinzutritt. Es fungiert wohl auch als Symbol für die Sinnlichkeit, mit seinen purpurnen Schärpen, in denen sich mitunter die Protagonisten lasziv rekeln oder wie in einem Fallstrick darin verheddern. Die Liebe, die Zärtlichkeit, die Erotik spielt neben den Ich-Sinnkrisen und der Frage der Austauschbarkeit eine tragende Rolle. [...] Mythologisch entstaubt, bleibt am Ende die Frage nach dem Ich offen. Die Frage nach der Resonanz „Amphitryons“ wurde im voll besetzten Wolf-Ferrari-Haus hingegen mit leidenschaftlichem Applaus beantwortet.


Von Udo Watter – Süddeutsche Zeitung, 02.12.2014


        
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Der große Gatsby

        
„Spannend bis zum Ende – ‚Der große Gatsby‘ vor ausverkaufter Wandelhalle im Wildunger Startheater

„[...] flott uns zeitgemäß inszeniert. Der Erfolg der Aufführung, in der es um Eifersucht und Liebe, Kriminalität und Ausschweifung, um Standesunterschiede und um Umbrüche in den 20-er Jahren in en USA geht, ist vor allem der Besetzung mit hochkarätigen Schauspielern zu verdanken. [...] Originell waren Bühnengags wie ein Tanz der Mimen mit Puppen im Gatsby-Ballsaal, skurrile ‚Musik‘ eines Trios aus dem Ensemble“

Waldeckische Landeszeitung, 25.02.2014


"Grandioses Meisterwerk"

„Vor einem wohlüberlegt eingesetzten Bühnenbild, das treffend die damalige genusssüchtige und gelangweilte, mondäne Gesellschaft widerspiegelt, zeigte das Ensemble der Kempf-Theatergastspiele den Fitzgerald-Klassiker ‚Der große Gatsby‘ mit einer derart großen Begeisterung, die binnen Minuten auf das Publikum im ausverkauftem Saal übersprang.“

Buxtehuder Tageblatt, 21.02.2014


"Der große Gatsby" überzeugt als Gastspiel im Congress Park mit stimmiger Interpretation

... Die Inszenierung Armbrusters bestach durch starke Charakter-Schauspieler

Hanauer Anzeiger, 17.02.2014


„Wer den Blockbuster ‚Der große Gatsby‘ mit Leonardo DiCaprio im Kino gesehen hat, der wird sich fragen, ob es überhaupt möglich ist, den mit zwei Oscars nominierten Film als Schauspiel auf die Bühne zu bringen.
Für die Theatergastspiele Kempf hat die Regisseurin Silvia Armbruster dieses Experiment gewagt, das Werk von Gerold Theobalt auf die Bühne zu bringen und man darf das als durchaus gelungen bezeichnen. Das Iserlohner Publikum zeigte sich nach der Premiere am Donnerstag begeistert.

Ein großes Lob gilt dem Ensemble, das [...] zur Höchstform auflief.“

IKZ, 15.02.2014


        
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Die Harry Belafonte Story

        
„Entertainer mit Herz und Courage

Ron Williams begeistert als Harry Belafonte in Kronach. Die Biografie wird zur unterhaltsamen musikalischen Geschichtsstunde.
[...] präsentierte der engagierte und vielseitige Entertainer Ron Williams gemeinsam mit kongenialen SchauspielkollegInnen am Wochenende die faszinierende Lebens- Leidens- und Erfolgsgeschichte des einzigartigen Sängers Harry Belafonte im Kronacher Kreiskulturring. […] Das harmonische Verständnis des Ensembles zeigte sich in jeder Szene [...]. Pfeifen und tobender Applaus begleiteten diese spannende, aufklärende, höchst unterhaltsame und politisch wachrüttelnde Aufführung bis in die fröhliche Dreingabe von „Matilda“.
Neue Presse Coburg, 17.02.2014


„Tosender Beifall und rote Rosen für
Harry Belafonte in Schweinfurt

Dem mit viel Musik gespickten Schauspiel gelingt es, glanzvolle Unterhaltung zu bieten und eine Botschaft mitzuliefern. Es sind großartig singende Hauptdarsteller, die sowohl im lockeren Erzählton als auch mit voluminöser Stimme die Bühne füllen. [...] Da hält es keinen mehr auf den Sitzen, es gibt tosenden Applaus und rote Rosen vom Schweinfurter Theaterleiter.“
Mainpost, 16.01.2014


„Hits und Historie

Die ‚Harry Belafonte Story‘ hat das Publikum im ausverkauften Kleinen Haus begeistert. Neben weltbekannten Songs bot der Abend auch eine spannende Gegenüberstellung des amerikanischen Unterschichtmilieus verschiedener Zeiten.“
Delmenhorster Kreisblatt, 10.02.2014


„Harry Belafonte ist der König des Calypso und versprüht mit seinen Songs stets gute Laune. […] Und doch ist der US-Amerikaner weit mehr als nur ein Entertainer. Er ist vor allem Bürgerrechtler und Friedensaktivist. Ein Mann mit Rückgrat und Mut. Genau von dieser Seite Belafontes erzählt das Theater- und Musikstück „Die Harry Belafonte Story“, das am Dienstagabend in der ausverkauften Hauptschulaula gezeigt wurde. […] Das Versmolder Publikum ist bekanntermaßen kritisch. Aber wenn die Besucher sich zu stehenden Ovationen hinreißen lassen, geschieht das nicht ohne Grund. Sie sind berührt und einfach begeistert von den hervorragenden Leistungen des Ensembles. Sowohl im musikalischen als auch im schauspielerischen Sinne. Die Darsteller agieren allesamt auf brillante Weise. Ron Williams ist in der Rolle als Belafonte großartig besetzt und verkörpert den Sänger authentisch.“
Haller Kreisblatt, 06.02.2014


„Mit Hirn und Herz gegen Rassismus – Ron Williams brilliert als Harry Belafonte in der Festhalle“


Pfälzischer Merkur, 30.01.2014


„Viel Applaus für einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Abend. Wer bisher nur Harry Belafontes Lieder kannte, verließ die Festhalle mit vielen Kenntnissen über den Menschen, der hinter dem Star steckt.“
Die Rheinpfalz, 31.01.2014


„Am Ende schaffte es die Kempf-Truppe auch noch, die restlos begeisterten Zuschauer zum Mitsingen zu bewegen.“
Plochinger Nachrichten, 30.01.2014


„Begeisterung für Belafonte

Im Kleinen Haus brilliert Ron Williams in der Rolle des Musikers, Schauspielers und Bürgerrechtlers
Die Zuschauer lobten diesen gelungenen und unterhaltsamen Theaterabend mit viel Applaus und nach dem Finale mit minutenlangen stehenden Ovationen.“

Delmenhorster Kurier, 10.02.2014
        
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DIE NEUBERIN 2013
für "THE KING'S SPEECH"

THE KING'S SPEECH GEWINNT DEN INTHEGAPREIS 2013
zur Fotogalerie Hier sehen Sie eine Auswahl von Fotos der "Inthega-Tagung und Preisverleihung".
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AUF EIN NEUES

        
„ ‚Auf ein Neues‘ ist eine schlüssige Inszenierung. Sie begeistert das Wittener Publikum durch die Spielkunst ihrer Darsteller.“

Ruhr Nachrichten 25.02.2014


„Das Stück handelt von dem Aufeinandertreffen zweier sozialer Schichten mit amüsantem Beigeschmack – Marion Kracht, Daniel Morgenroth und Lene Wink übernehmen die zentralen Rollen. Die Aula ist voll besetzt. ‚Wir sind restlos ausverkauft‘, bestätigt Sonja Färber, die bei der Stadt für das Theaterprogramm zuständig ist. […] Mit Witz und Charme spielen die drei Schauspieler ihre Rollen. Völlig verschmolzen mit den Rollen, treiben sie die Eigenarten ihres Charakters auf die Spitze. Es gibt keinen Moment, in dem das Publikum nicht wie gebannt dem Geschehen auf der Bühne folgt.“

Haller Kreisblatt, 28.01.2014


„Ein Bühnenerlebnis vom Feinsten

Die Produktion von dem aus der Dynastie inszenierender Boulevardies stammenden Martin Woelffer mit Marion Kracht und Daniel Morgenroth gehört zum Feinsten, was der Neureuter Zyklus seit langem bot, perfekt, hochtourig und passgenau im Zusammenspiel der drei Akteure.“

Badische Neueste Nachrichten, 21.01.2014


„Auf ein Neues“ ragt heraus.

Antoine Rault ist es gelungen, Themen wie Vorurteile, Karrieresucht und damit einhergehend die Vernachlässigung seiner eigenen Bedürfnisse und die der einem nahestehenden Menschen eindringlich darzustellen – und das alles mit leichter Hand und kompakt. Immer wieder wurde herzhaft gelacht. Meisterhaft, wie tief greifende Szenen, bei denen es mucksmäuschenstill im Saal war,
immer wieder mit Humor aufgelöst wurden.

Die Vorlage wurde von einem pointensicheren, temperamentvollen Schauspielertrio hervorragend umgesetzt.
Marion Kracht brillierte mit einer sehr ausdrucksstarken Darstellung als Catherine.

Weser Kurier, 26.04.2013


Humor, scharfzüngige Dialoge und ganz viel Gefühl
in einer begeisternden Inszenierung

Kulturgemeinde präsentierte Komödie „Auf ein Neues“
mit Marion Kracht und Daniel Morgenroth


Fazit der temporeichen, mit witzigen und auch scharfzüngigen Dialogen gespickten, humorvollen Komödie: für ein Umdenken - „Auf ein Neues"- ist es niemals zu spät. Begeisterter Applaus für ein begeisterndes Ensemble.

Westfalenpost, 06.03.2013


Tolle darstellerische Leistungen

„Solche Abende wie heute braucht das Kulturwerk", sagte Adelheid Meyer-Hermann erfreut. Die Programmchefin des Steinhagener Vereins Kulturwerk war sichtlich zufrieden ob der voll besetzten Reihen am Mittwochabend in der Aula des Schulzentrums. Das Ensemble der Kempf Theatergastspiele brachte die turbulente Komödie „Auf ein Neues“ von Antoine Rault auf die Steinhagener Bühne. Und das in prominenter Besetzung: Unter anderem war Marion Kracht, die bekannte Fernsehseriendarstellerin, mit von der Partie. Sie überzeugte die rund 750 Besucher mit großartiger Schauspielkunst.

Haller Kreisblatt, 19.04.2013


Brackweder Kulisse: Marion Kracht und Daniel Morgenroth überzeugen mit starker schauspielerischer Leistung

Lokal-Zeitung, 09.04.2013


Publikum feiert Marion Kracht und Daniel Morgenroth
in der Komödie „Auf ein Neues“

Marion Kracht und ihr Schauspielkollege Daniel Morgenroth agieren als ein Paar, das unterschiedlicher nicht sein kann. Aus ihrer Gegensätzlichkeit entwickeln sie mit viel Verve ein Stück, das mehr und mehr an Eigendynamik gewinnt und durch das intensive Zusammenspiel der Akteure viel Raum für Wortwitz und treffliche Situationskomik öffnet. […] Nichts wirkt gekünstelt oder übertrieben. Vergnüglich spielt das Paar auf der Klaviatur der Klischees, kostet genüsslich exzellent die treffsicher pointierten Momente aus.
Wie aus dem Leben gegriffen.

Westfalenblatt, 19.04.2013


Marion Kracht ...

... brillierte mit großem komödiantischem Talent, einem großartigen Mienenspiel und einer bis ins kleinste Detail perfekt choreografierten Bewegung.

Haigerer Kurier, 29.04.2013


Nicht umsonst gehört sie zu den populärsten Schauspielerinnen Deutschlands. Da stimmte jeder Augenaufschlag, jedes Lächeln, ihr Spiel war perfekt.

Pegnitz-Zeitung, 23.04.2013


Ein großartiger Daniel Morgenroth, der die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte.

Haller Kreisblatt, 19.04.2013


Die Rolle der Sarah ist mit Lene Wink ideal besetzt. Sehr erfrischend und glaubwürdig spielt sie die emotionale Bandbreite einer Pubertierenden.

Lingener Tagespost, 08.03.2013


        
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DIE MARQUISE VON O ...

        
Ein ungewöhnlich geistreicher, lebendiger, spannender Theaterabend, für den das Publikum die Truppe mit immer neuem Beifall, Bravos und rhythmischem Klatschen belohnte.

Saale-Zeitung, 08.10.2013


Großes Theater in der Stadthalle

Neben Theaterfans hatten sich an diesem Abend auch auffällig viele junge Leute
dazu entschlossen, sich dieses Stück anzusehen.
[...] „Ganz großes Theater“, beschreibt Stadthallenbesucherin Verena Schlegel diesen Theaterabend
in Limburg. Sie zeigte sich nicht nur begeistert von der Umsetzung des Stücks und wie der Inhalt auf die Bühne gebracht wurde, sondern vor allem auch davon, dass es nur vier Leute waren, die diesen „schweren Stoff“ getragen haben:
Lisa Wildmann als „Die Marquise“, Ursula Berlinghof als Frau von G., ihrem Vater, Christian Kaiser als Herrn G. und Vater der Marquise, sowie der russische Leutnant Sebastian Strehler zeigten ihr Können und wie gut sie in der Lage sind, diesen Inhalt zu transportieren.

Neue Nassauische Presse, 09.10.2013


Kleist zwischen Cello und Drums

Inszenierung von „Marquise von O…“ sorgt für reichlich Amüsement

[...] Das Publikum hatte seine Freude an dem ungewöhnlichen Theaterabend und zollte dem einfallsreichen, bewegungsfreudigen Spiel der Akteure reichlich Applaus.

Gelnhäuser Neue Zeitung, 04.10.2013


Zuschauerresonanz:

Lieber Herr Kaiser,

besonderen Dank für Ihre so umsichtige Info bei der Fülle Ihrer persönlichen Termine - doch hatten wir den Besuch der Aufführung natürlich schon fest geplant!

Welch ein wunderbares Gesamterlebnis: Die geniale Adaptation, grandios in Szene gesetzt; wie sehr wird durch kluge Reduktion im Äußeren der Zuschauer zum "Miterlebenden, Mitleidenden und Miterlösten". Der nicht enden wollende Applaus hat Ihnen gewiss vermittelt, dass gerade auch Ihr Schauspielteam die Zuschauer überzeugt.

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen, wünschen viel Erfolg bei der jetzigen Tournee und grüßen ganz herzlich.

Ihre
J. u. U. Röhner, Ahrensburg, 03.10.2013



        
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MACHOS AUF EIS

        
Auf Eis so heiß

Klasse Komödie lief im Kühlraum

Komödiantisches Trommelfeuer beim Dauerangriff auf die Zwerchfelle der Besucher:
„Machos auf Eis", gezeigt am Sonntagabend im Theater, bestach durch
Gags am laufenden Band und Darsteller in Hochform.
Wer den tanzenden, singenden, schrägen Sandro, den DJ mit der Karaokekiste, dem Schauspieler und Sänger Bürger Lars Dietrich charakterliche Kontur gab, gesehen hat, der weiß, was intelligent erdachte, exzellent umgesetzte Comedy ist.

Wildes Mitklatschen, Jubel zwischendurch, Ovationen am Ende: Diese Machos, die keine waren, kamen bei den 500 Zuschauern glänzend an.

Wolfsburger Nachrichten, 01.10.2013


Karaoke im Kühlhaus

Was passiert, wenn vier Männer in einem Kühlhaus eingesperrt sind? Und was passiert, wenn sich dazu auch noch eine Karaoke-Maschine und drei Kilo Kokain in diesem Kühlhaus befinden? Dass dieser Umstand zu allerhand komischen Situationen führt, zeigte die Comödie Dresden jetzt im Theater „Kleines Haus“.

Am Ende gab es dann nicht nur für die Eingesperrten ein glückliches Ende. Auch die Darsteller wurden mit begeistertem Applaus im gut gefüllten „Kleinen Haus“ belohnt.

Weser Kurier, 30.09.2013


Eine urkomische Männerkomödie

Mit witzigen Dialogen und Karaokeeinlagen sowie vier guten Schauspielern wurden die „Machos auf Eis“ in der Kathrin-Türks-Halle ein Leckerbissen. Jubelnder Applaus und Standing Ovations von großen Teilen des weiblichen Publikums für eine kurzweilige Männerkomödie.

Neue Ruhr Zeitung, 26.09.2013


        
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DON KARLOS

        
Intrigen vor Idealen

Mit einer gekonnt zwischen Tradition und Moderne angesiedelten Vorstellung haben die Theatergastspiele Kempf am Sonntag in Waldkraiburg ihre Tournee-Premiere von Don Karlos gefeiert. Das Publikum im Haus der Kultur quittierte die herausragenden schauspielerischen Leistungen mit anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen. Zu Recht.

Brillantes Ensemble begeistert in Waldkraiburg
bei der Tour-Premiere von Schillers Don Karlos

OVB, 20.02.2013


Frischzellenkur für Don Carlos

Die Theatergastspiele Kempf sorgen für einen denkwürdigen Abend.
Regisseur Christoph Brück gelingt eine wohltuende Entschlackung des Stückes.
Schillers herrliche Sprache blieb dennoch erhalten.

Fränkischer Tag, 20.02.2013


        
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THE KING'S SPEECH

        
Großartiger Theaterabend

Was für ein großartiger Theaterabend, als geniale Schauspieler fast authentisch einen tiefen Einblick in das Leben und die Querelen der britischen Monarchie gewährten und das Publikum im ausverkauften Theatersaal mit dem Schauspiel "The King's Speech" von David Seidler von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zogen.

Münsterland Zeitung, 29.01.2013


„The King’s Speech“:
ein Triumph der Schauspielkunst

Das war die bislang beste Aufführung der Saison:
ein Schlagabtausch voller Komik, Ironie und Emotion. Die Inszenierung „The King’s Speech“ bewegte zu rhythmischem Applaus und stehenden Ovationen.


Zu Recht: Die Schauspielkunst nicht nur der beiden Hauptdarsteller und die elegante filmische Regiehandschrift Helmuth Fuschls machten die Aufführung zu einem intellektuellen und am Schluss menschlich anrührenden Genuss. Götz Otto spielte den späteren König bravourös. Seine abschließende Rundfunkansprache an Nation und Empire war auf der Bühne ein berührender Triumph der Menschlichkeit und Pflichterfüllung.

Eine reizvolle Mischung aus viel Hirn und – an den richtigen Stellen – Herz
Grafschafter Nachrichten, 17.12.2012


Götz Otto und Steffen Wink begeistern
in der Bühnenversion von „The King’s Speech“

In weiteren Rollen begeistern in Sankt Augustin Daniela Kiefer, Mona Perfler,
Herbert Schäfer, Harald P. Wieczorek sowie Christian Claaszen.

Die Inszenierung fesselt vom ersten Moment an.
Dafür gibt es am Ende tosenden Beifall.
Kölner Stadt-Anzeiger, 9.12.2012


Packendes, intensives Spiel

Eindringliche, bestechend natürliche Darstellungskunst

Götz Otto brachte die Nöte des späteren Königs auf den Punkt. Sehr feinfühlig zeichnete er dessen Wandlung vom gehänselten Stotterer zum Landesvater nach.

Standing Ovations
Der Westen, 6.12.2012


Fesselnde Story mit exzellenten Schauspielern

Reif für eine Auszeichnung
Salzgitter Zeitung, 9.12.2012


Das Publikum feierte die Premiere mit lang anhaltendem Jubel und stehenden Ovationen:
ein gelungener Start für das siebenköpfige Ensemble, das den Applaus zusammen
mit Regisseur Helmut Fuschl genoss.
Iserlohner Kreisanzeiger, 3.12.2012


Zuschauer gebannt von "The King's Speech"

Bis in die Nebenrollen exzellente Schauspielkunst,
die mit stehenden Ovationen belohnt wurde
Lüdenscheider Nachrichten, 6.12.2012


        
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Das Haus am See

       Ernest Thompson, Autor von „Das Haus am See“, der für das Drehbuch zur Verfilmung dieses Theaterstücks mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, war nicht in den Inszenierungen in Berlin, Frankfurt oder Hamburg, sondern er besuchte unsere Tournee-Aufführung seines Stücks in Emmerich am 23.02.2012!

Anschließend schickte er uns folgenden Zeilen.
Wie Sie sich vorstellen können, haben wir uns über sein Lob sehr gefreut.
- Exzeptionell! -


      

Liebe Margrit Kempf,

wie Sie wissen, hatten wir das Vergnügen, “Das Haus am See“ zu sehen, und ich wollte Ihnen sagen, wie beeindruckt ich von der Qualität der Produktion, der Regie und der Besetzung war.
„On Golden Pond“ habe ich in den letzten 34 Jahren sehr oft gesehen, und mehrheitlich haben die Ergebnisse mich leider enttäuscht. In diesem Fall trifft das nicht zu.

Volker und Viktoria sind Schätze, ich liebte die Energie, die sie in ihre Rollen steckten, und die ansteckende Freude, die sie ausstrahlten; und die anderen Schauspieler reichen mühelos an sie heran.

Wir waren von Ihrer Tournee-Aufführung beeindruckt und, wieder einmal, stolz auf das Theaterstück; Sie sind ihm gerecht geworden.
Ich war schon immer darauf neugierig, wie der Text und ein deutsches Publikum zusammen gehen, und es war wirklich erfreulich, die Lacher als auch die Stille zu hören und die Taschentücher herauskommen zu sehen.

Also: Glückwunsch. Ich bin Ihnen dankbar für die Sorgfalt, die Sie in mein Stück investiert haben.

Alles Gute,
Ernest Thompson


 


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„Sein oder Nichtsein“
 
Zum Fürchten und Lachen
 
„Sein oder Nichtsein“ spielt intelligent mit dem Schrecken des Nazi-Terrors
Inszenierung nach dem Lubitsch-Filmklassiker erhält im Stadttheater großen Applaus

 
Kempten Gestapo Hauptquartier. Ein Junge wird mit einem Spielzeugpanzer bestochen und die politische Haltung seines Vaters ausspioniert. Der Führer kommt. „Heil Hitler!“ – „Ich heil mich selbst“, erwidert dieser. Im Zuschauerraum regt sich etwas und ein Mann eilt zur Bühne und fährt dazwischen. „Nein, so geht das nicht“, sagt er und entpuppt sich als Regisseur. Erst jetzt wird dem Zuschauer klar, dass da ein Stück geprobt wird und der wirkliche Schauspieler Christian Janda den jüdischen Schauspieler Grünberg spielt, der wiederum den Hitler gibt. Theater im Theater also. Eine reizvolle Sache, die leicht schief gehen kann. Jedoch nicht unter den erfahrenen Regiehänden eines Barry L. Goldman, der im Auftrag der Theatergastspiele Kempf „Sein oder Nichtsein“ von Nick Whitby als umjubelte Premiere auf die Bühne des Stadttheaters brachte.
 
Szenenfoto - Copyright Theatergastspiele kempf

 
Zivilcourage und Solidarität
 
In der 2008 entstandenen Bühnenfassung nach dem Kult-Film „To Be or Not to Be“ von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1942 proben polnische Schauspieler das Stück „Ein Geschenk von Hitler“. Sie bekommen aber keine Aufführungsgenehmigung, denn es ist Krieg. Das Bühnenbild können sie aber gebrauchen, als der Star des Theaters, Maria Tura, in eine Spionageaffäre verwickelt wird. Nun müssen sie um ihr Leben spielen. Sie schlüpfen in ihre Nazi-Kostüme, um nicht nur ihr eigenes Leben zu retten, sondern auch den Sohn des inzwischen deportierten Schauspielkollegen Grünberg in Sicherheit zu bringen. Die Komödie schafft es, dem Nazi-Terror Tugenden wie Zivilcourage und Solidarität entgegenzustellen, ohne den Schrecken des Holocaust zu verkleinern. Mit einem Ensemble von neun, teilweise aus dem Fernsehen bekannten Schauspielern wartete die Inszenierung, die bis Februar auf Deutschlandtour ist, auf. In den Hauptrollen: Isabella Hübner als Maria Tura und Bernhard Bettermann als Josef Tura, außerdem in meist mehreren Rollen Jörg Reimers, Alexander Wipprecht, Christian Claaszen, Sarah-Jane Janson, Dunja Bengsch, Christian Janda, David Scholz.
 
Raffiniertes Bühnenbild
 
Nicht hoch genug zu loben sei der Bühnenbildner Andrey von Schlippe, der die schier unmöglichen Ortswechsel, die der Film durch viele schnelle Schnitte vorgab, zu realisieren hatte. Drehbare Stellwandelemente, in welche Türen eingelassen waren, ersetzten die Drehbühne, so dass von der Garderobe auf die Nazi-Bühne und von dort aufs reale Gestapo-Hauptquartier gewechselt werden konnte und sogar der Blick in einen zweiten Zuschauerraum freigegeben wurde. Der Sieg der Komödie über die Tragödie auch zum Schluss: Nicht Grünberg, jetzt einen Judenstern tragend, schließt eingehüllt in Klezmer-Musik den blutroten Vorhang endgültig, sondern die gerettete Schauspieler-Truppe träumt über den Wolken auf dem Weg nach Amerika von einem neuen Leben. Am Ende gab es im Stadttheater begeisterten Premieren-Applaus für ein spielstarkes Ensemble und eine mutige Regie.
 
Von Jana Schindler - Allgäuer Zeitung, 6.12.2011
 
    

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Neu im Programm:

AUF EIN NEUES

THE KING'S SPEECH

DON CARLOS

ALLES AUF KRANKENSCHEIN

Uraufführung

Die Harry Belafonte Story

    
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Margrit Kempf, INTHEGA-Kultur-Journal 3/11, 2011
 
Auftragswerke bei Kempf
 
Auftragswerke haben sich inzwischen als feste Größe im Spielplan von Kempf Theatergastspiele etabliert. Diese Produktionen zeigen, dass es uns mit unserer langjährigen Erfahrung, unserer kreativen Herangehensweise und der Kontinuität in der Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Autor Gerold Theobalt gelingt, mit Auftragswerken große Erfolge zu feiern.
 
Mit „I Have A Dream" hat alles angefangen. Als ich auf meinem Schreibtisch unter den vielen von Verlagen angebotenen Theaterstücken ein Textbuch mit dem Untertitel „Die Martin Luther King Story" fand, wusste ich sofort, dass ich es, aus einer sehr persönlichen Motivation heraus, machen möchte, und reservierte das Stück beim Verlag.
„I Have A Dream" von Gerold Theobalt war bereits am Schauspielhaus Wuppertal uraufgeführt worden, mit weißen Schauspielern und Jazzmusik. Meine Vision war von Anfang, es mit schwarzen Darstellern zu besetzen und mit eigener Soulmusik und Gospels zu produzieren. Und ich dachte sofort an Ron Williams als Martin Luther King, der bei uns schon mit „Von Mäusen und Menschen" auf Tournee gewesen war.
Ron war sofort Feuer und Flamme und schuf zusätzlich die eindrucksvollen Songs „When Mama Parks Sat Down", „Lady Liberty", „lt Can Move You Too" und „We're Marchin"'.
Die Zusammenarbeit mit Gerold Theobalt, der für große Theater schreibt, ist stets geprägt vom kreativen Gestalten des Prozesses bis zur Premiere. Und dann kamen die Erfahrungen auf Tournee: Nach jeder Szene gab es so starken Szenenapplaus, dass sich die Vorstellung auf drei Stunden verlängerte. Um wieder auf eine Spieldauer von unter 2 ½ Stunden zu kommen, mussten wir also kürzen und sogar ganze Szenen herausnehmen. Und so haben wir immer wieder gemeinsam am Stück gefeilt. Es war der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit.
„I Have a Dream — Die Martin Luther King Story" wurde auf Tournee ein sensationeller Erfolg. Es lief vier Spielzeiten lang und brachte uns 2003 den 1. INTHEGA-Preis. Schon während der Proben zu „I Have A Dream" hatte ich die Idee zu einem Stück über die beiden weiblichen Ikonen der schwarzen Musik Ella Fitzgerald und Billie Holiday. Ich beauftragte natürlich Gerold Theobalt hiermit. „Ella & Billie" kam in der Spielzeit 2006/07 heraus und wurde mit dem Crossover-Preis der INTHEGA 2007 ausgezeichnet.
 
Während „I Have a Dream" und „Ella & Billie" auf Tournee liefen, entstand der Plan, ein Stück über Nelson Mandela zu produzieren. Es war mein Anliegen, mein Engagement auf dem Themengebiet „Herausragende schwarze Persönlichkeiten und ihr Kampf um Befreiung von Unterdrückung und Diskriminierung" unbedingt weiterzuführen und so gab ich bereits 2006 das Stück über Nelson Mandela bei Gerold Theobalt in Auftrag.
Dabei legte ich großen Wert darauf, dass wir auch Nelson Mandelas private Seite zeigen und dass die Figur der Winnie Mandela in ihrer schwierigen Vielfalt den richtigen Platz im Stück erhält. Des Weiteren war mir sehr wichtig, die Bedeutung der beispielhaften „Wahrheits- und Versöhnungskommission" (TRC) von Desmond Tutu zu würdigen und zum gewichtigen Eckpfeiler des Stückes zu machen.
Während der Proben gab es viele fruchtbare Diskussionen zwischen Ensemble, Regieteam, Autor und mir, und wir entwickelten das Stück stetig weiter. Dabei konnte Ronald Mkwanazi, der südafrikanische Darsteller des Tutu, der während der Apartheid in Südafrika inhaftiert gewesen war, uns mit seinen authentischen Erfahrungen wertvollen Rat geben und die Inszenierung bereichern.
„Die Nelson Mandela Story" wurde ein riesiger Erfolg. Es wird in der Spielzeit 2011/12 zum vierten Mal auf Tournee sein und wurde sowohl 2009 als auch 2010 und 2011 für den INHTEGA-Preis nominiert.
 
Nach dem Gelingen all dieser Produktionen werden wir selbstverständlich dieser thematischen Linie treu bleiben und auch die Zusammenarbeit mit dem Autor fortsetzen. Um mein Engagement weiterzuführen, folgt nun das Auftragswerk über Harry Belafonte. Das Genre all dieser Stücke „Schauspiel mit Musik" können wir in diesem Fall in besonderer Weise mit dem Thema verbinden: Harry Belafonte ist als Sänger weltberühmt und kämpfte sehr aktiv in der Bürgerrechtsbewegung.
 
Und - „Never change a winning team!" - gerade schreibt Gerold Theobalt an einem neuen Stück für uns, und wieder wird es ein „Schauspiel mit Musik".
    

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„Die Räuber“
 
Klassiker in neuem Gewand
 
Die Theatergastspiele Kempf begeisterten mit Schillers Sturm-und-Drang-Drama "Die Räuber"
 
LIPPSTADT. Tumultartige Zustände im Theater, Chaos im Zuschauerraum. Folgen der Uraufführung des Schauspiels „Die Räuber" von Friedrich Schiller vor fast 230 Jahren in Mannheim. Zum großen Ausnahmezustand kam es zwar im Lippstädter Stadttheater nicht, doch frenetischer Applaus und Bravo-Rufe zeugten von der Begeisterung, die die intensive Umsetzung des Klassikers durch das Ensemble der Theatergastspiele Kempf (Regie: Christoph Brück) in der Hansestadt hervorrief.
 
Szenenfoto - Copyright Theatergastspiele kempf

 
In dem genial durchdachten, perfekt einfach gehaltenen Bühnenbild von Claudia Weinhart bilden die Protagonisten die Brücke zwischen Klassik und Moderne. Auf einer vorwärts zulaufenden, den kommenden Niedergang symbolisierenden schiefen Holzebene mit eingelassener Falltür wird gestürmt und gedrängt, dass es dem Publikum mehr als einmal den Atem verschlägt.
 
Textstraffung und moderne Kostüme nehmen dem Jugendwerk des zwanzigjährigen Schiller nichts von seiner eindringlichen Tiefe, sondern verstärken die Dynamik und vermitteln erschreckende Aktualität.
 
Zwei ungleiche Brüder, Karl (Julian Weigend) und Franz von Moor (Julius Bornmann) buhlen um die Gunst des gräflichen Vaters. Franz, der jüngere ungeliebte Sohn, manipuliert Vater und Bruder, bis sich beide entzweien. Karl verzweifelt und wird Anführer einer Räuberbande. Ein deutscher Robin Hood: Er nimmt den Reichen und gibt den Bedürftigen.
 
Zwischen Idealen und mörderischer Anarchie
 
Franz spinnt mit seinem Diener Hermann (toll: Wolfgang Grindemann) weiter Intrigen, kerkert den schwerkranken Vater ein und versucht Karls Verlobte Amalia zu vergewaltigen. Als die Räuber zur Befreiung eines Bandenmitglieds unschuldige Frauen und Kinder ermorden, überfallen Karl existenzielle Zweifel. Inkognito begibt er sich auf das väterliche Schloss und findet den gefangenen Grafen, der in seinen Armen stirbt. Doch bevor er an seinem Bruder Rache nehmen kann, erdolcht sich dieser. Amalia fliegt in Karls Arme, doch da ein Treueschwur ihn an seine Mannen bindet und die junge Frau nicht noch einmal verlassen werden möchte, fleht sie um den Gnadentod durch Karls Hand. Nachdem er seine Geliebte erdrosselt hat, sieht Karl keine Möglichkeit mehr, sein bisheriges Leben weiterzuführen, und möchte sich der Justiz ausliefern. Doch die Bande kommt ihm zuvor und tötet ihren Hauptmann durch Genickschuss.
 
Das Drama um den Leidensweg der beiden Brüder, die durch ihre Radikalität den eigenen Untergang provozieren, lebt von der beeindruckenden Sprechkunst der Darsteller und eindringlicher Körpersprache. Allen voran ein brillanter Julian Weigand und ein wunderbarer Julius Bornmann. Perfekt versteht es Bornmann, seinem Franz facettenreiches Leben einzuhauchen. Gekonnt versteckt er sich hinter der Maske des vernachlässigten Sohnes, spinnt mit bewegend unbewegtem Gesicht Mordpläne und lässt nur ab und zu, dann aber umso intensiver, das Monster in ihm aufblitzen.
 
Als Gegenpart Karl wirkt Julian Weigend kraftvoll mitreißend aber auch warmherzig verzweifelt. So laufen bei der letzten Begegnung mit seinem sterbenden Vater (hervorragend: Hans H. Steinberg) dem Publikum kalte Schauer über den Rücken. Intensiv verkörpert Achim Grauer als Kumpan Spiegelberg den Übergang zwischen jugendlichen Idealen und mordbrennerischer Anarchie: „Der Mut wächst mit der Gefahr."
 
Tief unter die Haut geht diese Inszenierung. Und als der Räuber Razman (Aaron-Frederik Defant) zum Schluss seinen Anführer von hinten erschießt, herrscht minutenlang Totenstille im Saal - bis der Applaus losbricht.
 
te - Der Patriot, 23.2.2010
 
    


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„Die Nelson Mandela Story“
 
Die "Nelson Mandela Story" berührt die Herzen und begeistert im Kronacher Kulturraum die Theaterbesucher.
 
Lebenslanger Kampf für Freiheit
 
Kronach - Der Abend im Kreiskulturraum geht wahrhaftig unter die Haut. Nelson Mandelas Schicksalsgeschichte, die nicht nur eine persönliche Befreiung aus 27-jähriger Einzelhaft war sondern ein Symbol für den Kampf gegen Versklavung, Unmenschlichkeit, Dummheit und unaufgeklärte Ignoranz gegenüber allem, was nicht das gleiche Menschenantlitz trägt wie die herrschende Rasse. Dennoch verzweifelt der Zuschauer nicht an dem Schrecklichen, das Menschen den Menschen zufügen, sondern wird von der Engagiertheit und Glaubwürdigkeit der Schauspieler wie Ronald Mkwanazi als glaubensstarker Bischof Tutu, der bezaubernden Dominique Siassia als liebende und radikale Winnie Mandela sowie dem energisch seinen Idealen folgenden Ron Williams in der Titelrolle von politischer Ohnmacht und Depression letztlich befreit. Die Originalsongs, die der Schauspieler und Soulsänger Ron Williams zusammen mit Michael Ruff und Wolfgang Schmidtke für das Werk geschrieben haben, und vor allem der faszinierende Brasilianer Bani Silva Prado mit Bongo-Trommeln, Maultrommel und seiner zischenden Stimme reißen den betroffenen Besucher aus der Verzweiflung und hin zu einer menschlichen, moralisch verantwortbaren Hoffnung auf eine Zukunft in Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Zwar sind die Menschen wie Kant sagt, aus so ungeradem Holz geschnitzt, dass nichts rechtes aus ihnen zu machen ist; er ist aber zumindest "zur Vernunft fähig". Eine Hoffnung auch für Birma und China im Angesicht der langen Geschichte des Freiheitskampfes von Südafrika.
 
Szenenfoto - Copyright Theatergastspiele kempf

 
Rückblickend erzählt
 
Gerold Theobald hat schon ein preisgekröntes Schauspiel mit Musik über Martin Luther King mit Ron Williams im Sinne einer theatergerechten Aufklärung verfasst. In der "Nelson Mandela Story" dramatisiert er die chronologischen Ereignisse aus dem Leben von Nelson Mandela und erzählt sie in einer aktuellen Rückschau. In der Regie von Barry L. Goldman lebt das Stück von den vielseitigen Schauspielern, dem Bühnenbild (Andrey von Schlippe) und aktuellen Rundfunkeinspielungen. Ina Bleiweiss als Stimme der Literaturnobelpreisträgerin und Achim Zeppenfeld als Radiosprecher ergänzen im Radiosound die begleitende Musik von Bani Silva Prado. Gabriele Welker ist als Zeitzeugin so natürlich wie Jörg Reimers als der "Prime Eval" Eugene de Kock, der im Gespräch mit Bischof Tutu in den Rahmendialogen verzweifelt nach seinem Himmel für Weiße sucht. Nik Felice und Matthias Horbelt schlüpfen wie Gabriele Welker und Jörg Reimers unglaublich verwandlungsfähig in viele Rollen wie Präsident de Klerk, Buren und dem Arzt Dr. Niels Barnard, der die Minderwertigkeit der Schwarzen genetisch nachweisen will (Matthias Horbelt), denen eine eigene Charaktermaske aufgesetzt werden muss. Das überzeugende Ensemble besteht rundum aus Schauspielern, die von Film und Fernsehen bekannt sind. Nelson "Madiba" Mandela behält seine Zivilcourage und Standfestigkeit auch durch das bei Ron Williams in feinen Nuancen nach und nach sichtbare physische wie seelische Altern. Ronald Mkwanazi als authentischer Reverend und dann mit dem Friedenspreis gekrönter Bischof Desmond Tutu ist der ruhige Revolutionär im Glauben. Die jugendfrische gewaltbereite, später gereifte "königliche" Winnie Madikizela-Mandela verkörpert Dominique Siassia in all ihren liebens- wie verachtenswerten Schattierungen. Sie führt mit dem an Gandhi orientierten und noch immer liebenden alten Madiba ein politisches Schmierentheater auf, um die Macht im Kampf gegen die Apartheid mit Nelsons Präsidentschaft zu sichern.
 
Überzeugendes Ensemble
 
Diese persönliche Entwicklung beider von 1962 bis 1994 mit allen Ausstrahlungen bis in die Gegenwart lässt der Dramatiker mit seiner maßgeschneiderten Dialogkunst in einem bei Schwerpunkten verweilenden Zeitraffer auf der Bühne spielen. Und die Zuschauer des Kreiskulturrings waren ebenso betroffen wie hingerissen. Zwischenapplaus zu den Songs wie "Sophiatown", "Winnie's song", "Mandela's song", "A message to my people" und zum Finale "Endlich frei" und zu dem magischen Spiel Bani Silva Prados waren so lebhaft wie bei Jazzveranstaltungen. Der Schlussbeifall für Inszenierung und Darbietung wollte nicht enden und mündete in Standing Ovations.
 
Neue Presse, 15.11.2010 - von Dr. Peter Müller
 
    


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„Eine irrwitzige Begegnung: Händel und Bach“
 
Treffen der Charakterköpfe
 
Eine irrwitzige und zugleich großartige Begegnung zwischen Händel und Bach im Haus der Kultur
 
Es ist das Duell zweier Größen der Musikgeschichte, wortreich und irrwitzig. "Händel und Bach, eine mögliche Begegnung" heißt die Komödie im Haus der Kultur in Waldkraiburg, die im Jahr 1747 spielt. Georg Friedrich Händel lädt den gleichaltrigen Johann Sebastian Bach in seine Hotelsuite in Leipzig zum Essen ein. Neben Austern und Suppe fließt reichlich Champagner und Wein. Da beide im Jahr 1685 geboren wurden, hätte so ein Treffen durchaus stattfinden können.
 
Szenenfoto - Copyright Theatergastspiele kempf

 
Auf der Bühne hat Regisseur Barry Goldmann das Stück gekonnt inszeniert. Sigmar Solbach verkörpert einen weltgewandten und reichen Händel, während Walter Renneisen in die Rolle des Kirchenkantors Bach schlüpft. Auf der einen Seite der nach Anerkennung heischende, geldgierige Lebemensch Händel mit weißem Rock, goldenen Schuhen und weißer Perücke. Auf der anderen Seite der einfache, bescheidene Provinzler Bach im schwarzen Kostüm. Für Händel, der durch seine Oper „Agrippina“ bereits zu Lebzeiten in Europa berühmt war, der durch Europa reiste und Starsänger für sein Opernhaus in London engagierte, ist Musik vor allem eines: ein hartes Geschäft. Bach hingegen arbeitet als Kirchenkantor in Leipzig, muss seine zahlreichen Kinder ernähren und hat es noch nicht einmal bis nach Italien geschafft. Er mag zwar das größere musikalische Genie sein, kann aber seine Musik kaum vermarkten und ist eifersüchtig auf den berühmten Sachsen Händel.
 
Recht schnell entwickelt sich ein Schlachtfeld der Eitelkeiten, auf dem beide Schauspieler sowie der Diener Händels, gespielt von Christian Janda, brillieren und die Charaktere facettenreich herausarbeiten. Solbach, der als TV-Serienarzt Dr. Frank bekannt geworden ist, gibt zunächst einen arroganten, selbstgefälligen Händel, der sich seines Ruhmes bewusst ist, bei König und Fürsten ein- und ausgeht, cholerisch seinen Diener anfährt und sich im Dschungel der Großstadt London locker zu behaupten weiß. Doch schnell bröckelt die glänzende Fassade und er gesteht, wie eifersüchtig er auf den genialen Komponisten Bach ist.
 
Der wiederum wird gequält vom Neid auf den Ruhm seines Gegenübers. Walter Renneisen lässt den zunächst unterwürfigen Bach immer selbstsicherer werden und will am Ende doch nur wissen, wie ein nur "mittelmäßig begabter Musiker" wie Händel so viel Erfolg haben kann.
 
Dass sich am Ende zwei ebenbürtige Größen gegenüberstehen und der eine nicht den anderen an die Wand spielt, liegt zum einen an den Schauspielern, die es schaffen, der Begegnung immer wieder neue Facetten zu entlocken, zum anderen an den geistreichen, witzigen und auch tiefsinnigen Dialogvorlagen.
 
Aufgelockert wird das Duell durch die Auftritte von Christian Janda, der als Faktotum Händels schön von oben herab Austern serviert, gelassen Händels Sprüche pariert und als Running Gag die Flügeltür immer wieder knallend ins Schloss fallen lässt.
 
Selbst wer sich nicht für Bach und Händel interessiert, hätte einen sehr unterhaltsamen Abend verbracht mit großartigen Schauspielern, die Bosheiten austauschen, missgünstig sind, sich verachten und doch bewundern. Die Zuschauer dankten es mit viel Applaus und stehenden Ovation. Völlig zu Recht.
 
Oberbayerisches Volksblatt, 10.11.10
 
    

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„Wahlverwandtschaften“
 
Bühne erstreckt sich bis auf die Zuschauerränge
 
Das Goethe-Stück „Wahlverwandtschaften" eröffnete die neue Saison und fand großen Anklang. Kronach - Es war kein „Theater wie Kino", was die Theatergastspiele Kempf mit Goethes „Wahlverwandtschaften" zum Start der Kulturring-Saison boten - es war mehr! Was Silvia Armbruster mit ihrer Übertragung des Stücks auf die Bühne und als Regisseurin gelang, verdient höchste Anerkennung und wurde vom Kulturring-Publikum mit lang anhaltendem Applaus gewürdigt.
 
Szenenfoto - Copyright Theatergastspiele kempf

 
Die Handlung des Romans ist zunächst so einfach wie zeitlos: Der alternde, reiche Eduard hat seine junge Liebe Charlotte geheiratet und lebt mit ihr zurückgezogen auf seinem Schloss. Beide widmen sich der Gestaltung des Parks, wozu Eduard seinen alten Freund Otto einlädt, den er um Pläne für die Umsetzung bittet. Um ebenfalls Gesellschaft zu haben, holt Charlotte ihre junge Nichte Ottilie auf das Landgut. Schon nach kurzer Zeit fühlt sich Eduard zu Ottilie hingezogen und Charlotte zu Otto, was beide Paare zunächst weder sich noch den anderen Partnern eingestehen wollen: Die Natur muss im Zaum gehalten werden, um der Konvention zu genügen. Doch sowohl bei der Gestaltung des Parks wie auch in der Beziehung der beiden Paare setzt sich die Natur immer mehr durch. Doch sind die „Wahlverwandtschaften" mehr als ein Stück über eine Dreiecksbeziehung. Goethe macht sie zu einer Reflexion über die Liebe und die Frage nach moralischem Verhalten.
 
Immer wieder griff die Handlung aus dem streng abgesteckten Bühnenrechteck in den Raum: Indem die beiden Herren das neue Parkgelände aufmaßen und dabei über die Stühle der Zuschauer kletternd den Kulturraum erschlossen, wurde die Brücke zum Zuschauer und damit in die heutige Zeit nicht nur symbolisch geschlagen. Als Otto alle Besucher zum Mitsingen von Beethovens „Ode an die Freude" animierte, war der Bann gänzlich gebrochen. Überhaupt spielte die Musik eine ganz zentrale Rolle in Armbrusters Inszenierung. Diese zeichnete sich durch Leichtigkeit aus, gepaart mit einem Schuss Ironie und viel Witz.
 
Die Schlüsselszene des Ehebruchs schließlich war mit einfachen Mitteln so eindeutig und aussagekräftig gespielt, dass das tragische Ende fast absehbar wurde. So kann auch das Kind die Ehe nicht retten, der unsinkbare Kahn versagt seinen Dienst, und am Ende ergreift Ottilie die Flucht - sie kann mit der Schuld am Tod des Kindes nicht umgehen. Ein beeindruckender Start in die neue Kulturring-Saison!
 
Fränkischer Tag Kronach, 20.10.2010
 

 
    

 
 
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