Theatergastspiele Kempf GmbH
AUF EIN NEUES
Komödie von Antoine Rault

4. Tournee:
10. Februar bis 19. März 2016

3. Tournee:
Premiere am 7. November in Iserlohn
7. November bis 17. Dezember 2014

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Applaus-Rekord im Wildunger Startheater
„Auf ein Neues“ in der Wildunger Wandelhalle überzeugt und begeistert das Publikum restlos
Der Auftakt zur neuen Startheater-Saison mit der Komödie „Auf ein Neues“ war rundum gelungen und ein großer Publikumserfolg.

Bad Wildungen. Schon vor Beginn der Vorstellung drängten sich die Besucher im Foyer, um Daniel Morgenroth zuzuhören, dem „Penner“ im Stück, der in seinem Berber-Kostüm vor der Wasserwand Lieder zur Gitarre sang.
 
Die meisten Zuschauer waren wohl gekommen, um den TV-Star Marion Kracht live auf der Bühne zu erleben, ein Publikumsliebling aus Serien wie „Diese Dornbuschs“ oder „Der Havelkaiser“. Sie wurden nicht enttäuscht, denn Marion Kracht lieferte auf der Wandelhallen-Bühne eine Paraderolle als „Catherine“ ab, eine „moderne Mutter“, die ständig im Streit mit ihrer Tochter Sarah (Lene Wink) liegt und sich nach Entsetzen und Ablehnung, „wie der stinkt“, schließlich in den Penner Michel (Daniel Morgenroth) verliebt.
 
Als echter Glücksfall der flotten, spritzigen Inszenierung (Martin Woelffer) mit erfrischenden Ping-Pong-Dialogen und manchen erotisch gefärbten Sprüchen und frivolen Witzchen erwiesen sich die beiden Partner von Marion Kracht. Der erstaunlich wandlungsfähige Daniel Morgenroth und Lene Wink als kesser Teenager „Sarah“ waren dem TV-Star Marion Kracht ebenbürtig, sowohl in der komödiantischen Qualität ihres Spiels als auch in ihrer großartigen Bühnenpräsenz.
 
Einen Moment lang sah es so aus, als ende die Aufführung traurig-wehmütig, als die Powermutter Catherine „mutter“seelenallein weinend auf den Treppenstufen vor ihrer Wohnung sitzt – bis der inzwischen zum erfolgreichen Informatiker mutierte Michel mit einer Rose in Händen auftaucht, Catharine in die Arme nimmt und stürmisch küsst. Happy End! So wie das die Zuschauer in einem Boulevardstück erwarten, einer Komödie (der ersten des Autors), mit der es dem französischen Romancier Antoine Rault – Jahrgang 1965 – gelungen ist, einen großen Erfolg zu landen, weil er ein Stück fürs klassische Boulevardtheater geschrieben hat, für das es heute nur ganz wenig neue, aufführungswürdige Literatur gibt.
 
Die Story ist schnell erzählt: Mutter Catherine („Eine Frau muss beweisen, dass sie etwas im Kopf hat“) streitet sich mit ihrer 16-jährigen Tochter, die von Dessous, Strapsen und Intim-Piercing redet. Catherine will den vor der Tür aufgelesenen Penner erst nicht in die Wohnung lassen, Sarah will ihn aufnehmen.
 
Bald ändert Catherine ihre Meinung und nach viel Ärger und noch mehr Missverständnissen gelingt es ihr, Michel, den Penner, „da rauszuholen“ und dann kommt, was kommen muss: Sie verliebt sich in ihn.
 
Während der Aufführung gab es immer wieder Szenenapplaus und am Schluss des amüsanten Theaterabends Beifallsstürme vor Begeisterung. Die Zuschauer klatschten so lange, wie man es in der Wandelhalle bei einer Startheater-Aufführung kaum vorher erlebt hat.
 
Von Werner Senzel – Waldeckische Landeszeitung – Wildunger Zeitung, 11.11.2014
 
   

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Dickes Ausrufezeichen zum Abschluss
„Auf ein Neues“: Saison endet mit beeindruckender Vorstellung über menschliches Verhalten

Ein singender Obdachloser im Foyer des Kleinen Hauses: Diesmal begann das Stück lange bevor der Vorhang aufging und die Zuschauer waren, ohne es zu wissen, Akteure. Mit einer beeindruckenden Vorstellung über menschliches Verhalten überzeugte ein hervorragendes Schauspielertrio in der Komödie "Auf ein Neues"
 
Delmenhorst. Zum Saisonabschluss im Abo B wartete die Konzert- und Theaterdirektion noch einmal mit einem dicken Ausrufezeichen auf. "Auf ein Neues" hieß die Komödie des Franzosen Antoine Rault, die die Kempf Theatergastspiele am Mittwochabend im ausverkauften Kleinen Haus präsentierten. Eine Komödie, die tiefe Einblicke in menschliche Verhaltensweisen gewährte und die Hoffnung machte, dass es niemals zu spät ist, einen Neuanfang zu wagen und das Glück zu finden.
 
Das Stück begann schon bevor sich das Geschehen auf der Bühne abspielte. Weit vor Vorstellungsbeginn spazierte ein "Obdachloser" ins Foyer des Kleinen Hauses, stellte seine Tasche sowie seine Weinflasche ab und begann, sich auf der Gitarre begleitend, Chansons zu singen. Die Leute staunten. Die Blicke, mal verstohlen, mal ganz unverhohlen, waren vielschichtig. Wohlwollend waren sie in den allerseltensten Fällen, Proteste gab es aber nicht. Auf dem Weg in den Saal machte man einen Bogen um den Eindringling und ging seiner Wege. Später wurde klar: Der singende Clochard war eine der Hauptpersonen, die dann bei ihrem ersten Auftritt fast erleichtert beklatscht wurde. Eine andere, die alleinerziehende Catherine, reagierte ebenso mit Ablehnung wie die Zuschauer vor dem Saal. Nur, dass Catherine ihre Ablehnung kurz vor Heiligabend ganz ihrer Art entsprechend in sehr deutliche Worte fasste. Erst ein Streit mit ihrer pubertierenden Tochter Sarah brachte die Karrierefrau zum Umdenken. Sie lud den Clochard Michel barsch ein, das Weihnachtsfest mit ihr und Sarah zu verbringen.
 
Da prallten sie dann aufeinander, die unterschiedlichen Welten und daraus ergab sich herrliche Situationskomik. Catherine, die sich herrisch und allwissend gibt, versucht, sich Michel "untertan" zu machen. Der Informatiker, der erst seine Arbeit und dann seine Familie verloren hatte, hat aufgrund seiner Situation kaum mehr Selbstbewusstsein. Scheinbar willenlos lässt er sich zuerst unter die Dusche schicken und dann auch noch in vorzeigbare Kleider stecken. Schließlich ist es Catherines Ziel, Michel wieder eine Arbeit zu verschaffen. Doch so einfach ist es nicht. Es fällt dem Arbeitslosen schwer, Mut zu fassen.
 
Es entwickeln sich höchst interessante Beziehungen, von denen letztlich alle drei Protagonisten profitieren. Michel gelingt es nach und nach, die wahre Catherine, die wie ein in unzählige Lagen Papier fest eingeschnürtes Geschenk zu sein scheint, ans Tageslicht zu bringen. Das Motto der Karrierefrau, die sich mehr wie eine Karrierefurie gebärdet, lautet nach ihrer Scheidung: "Ich liebe den Kampf. Man darf sich nicht nach seinen Gefühlen richten, man muss rational sein." Darunter leidet auch die Beziehung zu ihrer pubertierenden, Halt suchenden Tochter Sarah, die sich unverstanden fühlt. Die 16-Jährige wirft ihrer Mutter vor: "Du liebst doch nur dich selbst." Die beiden Frauen fechten ständig teils sehr heftige Kämpfe aus. Doch am Ende geht alles gut aus. Michel bekommt, nun sehr gut gekleidet, einen Job, Catherine lernt endlich Gefühle zuzulassen – auch die zu Michel – und damit verbessert sich auch das Verhältnis zu ihrer Tochter entscheidend.
 
"Auf ein Neues", das am 1. März seine deutsche Erstaufführung erlebte, reiht sich ein in die Reihe neuer Stücke, die den Nerv des Publikums treffen. Die Konzert- und Theaterdirektion bot in der am 5. Mai zu Ende gehenden Saison mehrere davon. Keines enttäuschte, aber "Auf ein Neues" ragt heraus. Antoine Rault ist es gelungen, Themen wie Vorurteile, Karrieresucht und damit einhergehend die Vernachlässigung seiner eigenen Bedürfnisse und die der einem nahestehenden Menschen eindringlich darzustellen – und das alles mit leichter Hand und kompakt. Immer wieder wurde herzhaft gelacht. Meisterhaft, wie tief greifende Szenen, bei denen es mucksmäuschenstill im Saal war, immer wieder mit Humor aufgelöst wurden.
 
Die Vorlage wurde von einem pointensicheren, temperamentvollen Schauspielertrio hervorragend umgesetzt. Marion Kracht brillierte mit einer sehr ausdrucksstarken Darstellung als Catherine. Nicht weniger eindrucksvoll agierte Daniel Morgenroth. Er bewies nicht nur, dass Kleider wirklich Leute machen, er näherte sich der Figur des abgestürzten Informatikers mit viel Feingefühl und überzeugte zudem noch mit einem wunderschönen Chanson-Vortrag. Lene Wink komplettierte das Trio, das von Regisseur Martin Woelffer so geführt worden ist, dass es mit großer Spielfreude agierte, mit einer herrlich aufmüpfigen Darstellung. Sie ließ nichts aus, was Eltern pubertierender Mädchen die Sorgenfalten ins Gesicht treibt und machte klar, dass man in solchen Situationen mit Kompromissbereitschaft und keinesfalls mit herrischer Härte etwas erreichen kann. Alle drei Akteure artikulierten zudem sehr gut. So war es kein Wunder, dass es am Ende sehr langen Applaus gab.
 
Von Heide Rethschulte - Weser Kurier, 26.04.2013
 
   

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Aus Frosch wird Prinz
Boulevardkomödie „Auf ein Neues“ in Röthenbach

Es gibt Schauspielerinnen, deren Name und Ankündigung immer für Qualität und Niveau bürgen. Eine davon ist Marion Kracht, die aus unzähligen TV-Filmen und Serien bekannte Mimin. Wenn nun jene Marion Kracht auf Theatertournee geht, sorgt bereits die Ankündigung für volle Häuser und begeisterte Zuschauer, wie auch am Wochenende, als sie in Röthenbach mit der französischen Boulevardkomödie „Auf ein Neues“ von Antoine Rault gastierte.
 
Unvergessen ist in Röthenbach noch immer Krachts Auftritt in „Gottes vergessene Kinder“, einer der besten Tourneeproduktionen der vergangenen 20 Jahre. Nun hatte sie die leichte Muse im Gepäck und meisterte mit ihren beiden sehr guten Kollegen Daniel Morgenroth und Lene Wink auch diese meisterhaft.
Mag Raults Handlung auch einfach gestrickt und schnell erzählt sein, so wurde hier dennoch ein Komödienhighlight mit ausgezeichneter Darstellung und einer flotten, frischen und frechen Inszenierung präsentiert.
Schon vor der Halle spielte Daniel Morgenroth, verkleidet als Obdachloser, Gitarre und bat um Almosen. Just um diesen Clochard namens Michel dreht sich das Stück: Er hat sich vor der Kälte am Heiligen Abend in den Hausflur von Catherine (Marion Kracht) geflüchtet und sie, die toughe und gefühlskalte Geschäftsfrau, wirft ihn kurzerhand hinaus. Die pubertierende 16-jährige Tochter Sarah, die mit der harten Art ihrer alleinerziehenden Mutter nichts anfangen kann, wirft ihr vor, nur sich selbst zu lieben. Catherine holt den übel riechenden Clochard zurück und tafelt ihm das vorbereitete Weihnachtsmahl auf. Merry Christmas.
Catherine macht es sich zur Aufgabe, den heruntergekommenen Mann wieder in den Alltag zurückzuholen, steckt ihn unter die Dusche und in Designerklamotten („Kleider machen Leute“) – und siehe da: Aus dem Tramp wird ein smarter, frisch rasierter und ansehnlicher Mann. Auch die gefühlskalte Catherine wird Stück für Stück butterweich, die harte Schale bröckelt allmählich und eine liebenswerte Frau kommt zum Vorschein. Als ihm Catherine jedoch ein Vorstellungsgespräch arrangiert, zu dem er nicht geht, zerfällt die heile Welt und Michel verlässt die beiden. Natürlich geht alles gut aus, die Herzen finden zueinander.
Morgenroth gewann in Röthenbach bereits als Vagant die Herzen der Zuschauer, aber als er dann im schicken Anzug mit der Tochter ein unwiderstehliches Tänzchen wagte, hatte er alle Zuschauer auf seiner Seite. Er spielte souverän den liebenswerten Habenichts. Lene Wink als aufmüpfige Tochter war glaubwürdig von der ersten Sekunde an. Und Marion Kracht? Nicht umsonst gehört sie zu den populärsten Schauspielerinnen Deutschlands. Da stimmte jeder Augenaufschlag, jedes Lächeln, ihr Spiel war perfekt.
Die schauspielerische Leistung wurde noch durch die Regie von Martin Woelffer unterstrichen. Er setzte auf Tempo und ließ sein Trio in der Aufführung der „Theatergastspiele Kempf“ durch die pointenreiche, moderne Komödie mit etwas Tiefgang stürmen.
Viel und langer Beifall in der Karl-Diehl-Halle.
 
Von Thomas Rohmer – Pegnitz-Zeitung, 23.04.2013
 
   

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Missionarische Großtat zu Weihnachten
Publikum feiert Marion Kracht und Daniel Morgenroth in der Komödie „Auf ein Neues“

Steinhagen (WB). Es sollte eigentlich ja nur ein Experiment werden, um sich und ihrer Tochter zu beweisen, dass sie alles andere als herzlos ist. Doch wie im richtigen Leben nimmt die Geschichte mehr und mehr an Fahrt auf, verselbständigt sich und endet anders als geplant.
Auf dem Programm des Kulturwerk Steinhagens stand am Mittwochabend die Komödie „Auf ein Neues“ von Antoine Rault, und vor ausverkauftem Hause verkörperte die populäre Schauspielerin Marion Kracht die tatkräftige, alleinerziehende Business-Frau Catherine, die scheinbar mit beiden Beinen im Leben steht und deren perfekte, nahezu von klinischem Pedantismus getriebene Fassade durch die Begegnung mit dem Obdachlosen Michel ziemlich ins Wanken gerät.
Heiligabend. Catherine möchte dieses Fest mit ihrer pubertierenden Tochter Sarah in Ruhe und Frieden verbringen. Aber der ewig schwelenden Streit eskaliert, Sarah wirft ihrer Mutter Herzlosigkeit vor, die prompt als Retourkutsche den Obdachlosen Michel ins Haus zum Weihnachtsessen einlädt. Was als Affront gegen die Tochter gedacht war, endet in einer missionarischen Großtat. Sie verschafft Michel, früher ein glücklich verheirateter Informatiker, einen Platz in einer WG, kleidet ihn ein und trimmt ihn für den Arbeitsmarkt. Doch während sie „funktioniert“ in ihrem Leben, in dem „Männer nichts anderes als Kinder sind, die sich wie Erwachsene kleiden“ und Gefühle nichts verloren haben, hält Michel dem Druck nicht stand. Er verlässt sie und stürzt die so selbstsichere Frau von ihrem selbstgerechten Sockel in eine tiefe Sinnkrise.
 
Marion Kracht und ihr Schauspielkollege Daniel Morgenroth agieren als ein Paar, das unterschiedlicher nicht sein kann. Aus ihrer Gegensätzlichkeit entwickeln sie mit viel Verve ein Stück, das mehr und mehr an Eigendynamik gewinnt und durch das intensive Zusammenspiel der Akteure viel Raum für Wortwitz und treffliche Situationskomik öffnet. Wie Catherine sich angeekelt abwendet, wenn sich Michel ihr in seiner fast naiven Art mit seiner Alkoholfahne nähert, oder wenn er ungeschickt die Erdnüsse auf dem sauberen Fußboden verteilt, während er etwas unsicher auf den penibel ausgerichteten Kissen der Couch Platz nimmt – nichts wirkt gekünstelt oder übertrieben. Vergnüglich spielt das Paar auf der Klaviatur der Klischees, kostet genüsslich exzellent die treffsicher pointierten Momente aus. Wie aus dem Leben gegriffen.
So sind auch die permanenten Streitereien mit der halbwüchsigen Tochter Sarah – großartig authentisch gespielt von Lene Wink – Dejavu-Erlebnisse, die dem Publikum bekannt vorkommen dürften. Dass sich Catherine und Michel am Ende verliebt in die Arme sinken und sich alles verkehrt, das sind nun einmal die Spielregeln der Komödie. Aber dafür sind die Zuschauer an diesem Abend auch so richtig aus dem Häuschen!
 
Von Nikolas Müller – Westfalenblatt, 19.04.2013
 
   

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Kollision unterschiedlicher Lebenswelten
Tolle darsteIlerische Leistungen

Satirisch-vergnügliche Komödie „Auf ein Neues“ beschert Kulturwerk volles Haus
 
Steinhagen. „Solche Abende wie heute braucht das Kulturwerk", sagte Adelheid Meyer-Hermann erfreut. Die Programmchefin des Steinhagener Vereins Kulturwerk war sichtlich zufrieden ob der voll besetzten Reihen am Mittwochabend in der Aula des Schulzentrums. Das Ensemble der Kempf Theatergastspiele brachte die turbulente Komödie „Auf ein Neues“ von Antoine Rault auf die Steinhagener Bühne. Und das in prominenter Besetzung: Unter anderem war Marion Kracht, die bekannte Fernsehseriendarstellerin, mit von der Partie. Sie überzeugte die rund 750 Besucher mit großartiger Schauspielkunst.
Doch zunächst, kurz vor Be¬ginn der Vorstellung, staunten viele Besucher nicht schlecht. Im Foyer des Schulzentrums stand ein gitarrespielender Obdachloser mit strähnigem Haar und schmuddeliger Kleidung. Vor sich hatte er einen Becher gestellt, in welchen auch so manch ein Theaterfreund Geldstücke warf. Was die meisten wohl nicht ahnten: Der Clochard gehörte zum Ensemble. Es war Daniel Morgenroth, der Hauptdarsteller des Stücks. Ein lustiger Einfall und zudem gelungener Test, um die Glaubwürdigkeit der Rolle zu prüfen. Experiment geglückt.
Auch Marion Kracht zeigte auf der Bühne die ganze Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens und glänzte als arrogante und herrische Karrierefrau. Das Publikum nahm ihr ohne Frage die Rolle der geschiedenen und gefühlsarm wirkenden Catherine ab. Sie lebte den Kontrollwahn Catherines und deren Wutausbrüche sehr zur Freude des Publikums leidenschaftlich aus.
Das Problem der Protagonistin: Sie ist zwar im Arbeitsleben ein Ass, aber in der Erziehung ihrer 15-jährigen Tochter Sarah (Lene Wink, wunderbar natürlich und herzerfrischend) eine absolute Niete. Der sympathisch-muntere Teenager hasst die Dominanz seiner Mutter und fühlt sich vernachlässigt. Alles ändert sich, als Michel (ein großartiger Daniel Morgenroth, der die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte) an Heiligabend auftaucht. Der liebenswerte, aber von Selbstzweifeln geplagte Bettler hebt das Leben der beiden Frauen aus den Angeln.
Catherine möchte ihrer Tochter beweisen, dass sie kein herzloses Monster ist und versucht den aus der Bahn geworfenen Michel wieder gesellschaftsfähig zu machen. Die Wiedereingliederung wird zu ihrer ganz persönlichen Mission. Sie stattet Michel mit dem feinsten Zwirn aus und schließlich ist der frisch geduschte und rasierte Mann kaum wiederzuerkennen. Der Ex-Informatiker soll sich nun auf ihr Drängen wieder um Arbeit bemühen. Catherine lässt ihre Kontakte spielen. Doch Michel hat Angst zu versagen, geht nicht zu arrangierten Terminen und zieht sich so Catherines Zorn zu. Am Ende profitiert das Trio trotz ganz unterschiedlicher Lebenswelten doch voneinander.
Letztlich lernen sie nämlich, sich zu respektieren. Und das führt zu gegenseitigem Verständnis. Nach und nach legt Catherine ihren „Panzer“ ab, wird umgänglicher, zeigt Gefühle und entwickelt mehr Verständnis für die Schwierigkeiten Ihrer Tochter beim Erwachsenwerden. Michel findet nicht nur sein Selbstwertgefühl wieder, sondern auch einen Job. Und, für keinen der Zuschauer eine wirkliche Überraschung, Michel und Catherine verlieben sich ineinander. Denn wie der Titel schon sagt, es ist niemals zu spät, einen neuen Anfang zu wagen, um die Liebe und das Glück zu finden.
 
Das Stück sorgte die gesamte Länge über 90 Minuten für schmissiges Amüsement. Die kurzweilige Komödie kam beim Publikum an und das bedankte sich bei den Darstellern mit stürmischem Applaus für einen insgesamt beglückenden Theaterabend.
 
Von Marion Bulla – Haller Kreisblatt, 19.04.2013
 
   

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„Auf ein Neues”: Applaus aus einem vollen Bühnenhaus
Marion Kracht und Co in einem schönen Stück Theater

KEVELAER - Nicht jede Lie¬besgeschichte ist eine Erfolgs¬geschichte. Aber diese. Mit der Komödie „Auf ein Neues" gas¬tierten die Theatergastspiele Kempf am Dienstagabend im Bühnenhaus.
Catherine (Marion Kracht) hält sich für eine taffe Frau, die Alleinerziehung, Haushalt und Job gut unter einen Hut bekommt - und der sieht auch noch ganz fesch aus. Von Mi¬chel (Daniel Morgenroth) kann man das nicht behaup¬ten, er lebt auf der Straße in den Tag hinein. Sein Selbstbe¬wusstsein scheint der ehemali¬ge Informatiker völlig verloren zu haben. Als es Nacht wird, treffen sich Catherine und Mi¬chel - und sie schickt ihn gleich fort aus ihrem gereinig¬ten Leben. Doch von ihrer re¬bellierenden Teenie-Tochter Sarah (Lene Wink) der Herz¬losigkeit bezichtigt, lädt sie den „Penner" spontan zum Weihnachtsessen ein. Wäre doch gelacht, wenn man aus dem Mann nicht was Besseres machen könnte als aus dem längst abgelegten Ex.
 
Gelacht wird häufig
 
Gelacht wird häufig, schon weil die Charaktere in dem Stück von Antoine Rault so gegensätzlich sind - und na¬türlich, weil hier mit Mutter, Tochter, beruflich erfolgrei¬cher, finanziell sorgenloser Frau und Penner noch ganz andere Welten aufeinander prallen. Wie gut dieses Stück gesetzt ist, zeigt die Tatsache, dass in den anderthalb Stun¬den Spielzeit niemals Peinlichkeit aufkommt - wohl aber viel Spaß und große Gefühle.
Die Inszenierung von Mar¬tin Woelffer führt die Personen nicht vor, und die durchweg hervorragenden Schauspieler sind im positiven Sinne selbst¬verliebt in ihre Rollen. Beina¬he zärtlich ziselieren sie die Ecken und Kanten, von den herrlich herrischen Anwand¬lungen der Catherine, mit denen Marion Kracht sich er¬folgreich vom TV-geprägten Gutmenschen-Image verab¬schiedet, über die stille Ver¬zweiflung ob seiner Unsicher¬heit, die Daniel Morgenroth behutsam aufbaut, bis zur ech¬ten Zerrissenheit eines Teen¬agers, die Lene Wink glaub¬haft rüberbringt.
Ein lustiges, ein anrühren¬des, ein schönes Stück Theater ging da in Kevelaer über die Bühne. Und es war von einem - im Theater lange verpönten - Happy-End gekrönt.
 
Von Michael Nicolas - Kevelaer Blatt, 07.03.2013
 
   

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Erfolg macht sexy
Eine überragende Marion Kracht
verhilft dem Boulevardstück "Auf ein Neues" zu Glanz

Bei einer Deutschlandpremiere spielt das Publikum selbst eine wichtige Rolle: Es fungiert als Gradmesser für die Erfolgsaussichten des neuen Stücks. Der lang anhaltende Applaus der Besucher im Haus der Kultur dürfte daher umso befreiender auf das Team der Kempf Theatergastspiele wirken.
 
[…] Um ihrer pubertierenden Tochter zu imponieren, will die erfolgreiche Karrierefrau Catherine dem Obdachlosen Michel zum Neuanfang verhelfen. Dessen Berufseinstieg verläuft nach eingehendem Coaching, Umstyling und einigen komödiantischen Wirren schließlich erfolgreich. Umgekehrt sieht nun Catherine ein, dass Gefühle wichtiger sind als Arbeit und - wie soll's auch anders sein - die beiden enden als Liebespaar.
 
Trotz der etwas dünnen Geschichte aus der Feder des französischen Erfolgsautors Antoine Rault besticht die erste Hälfte des Schauspiels durch Witz, Charme und reichlich Situationskomik. Der Schlagabtausch zwischen gestresster Mutter und aufmüpfiger Tochter am Weihnachtsabend wirkt herrlich realitätsnah und sorgt für Lacher im Minutentakt.
 
So gibt Teenager Sarah, brillant und nie aufgesetzt gespielt von Lene Wink, auf Nörgeleien an ihrem Kleidungsstil frech Kontra: "Mit 15 sollte man seinen Po zeigen, mit 40 ist es zu spät." Die autoritäre Catherine bezeichnet indessen ihren Exmann als "fetten Sesselpupser" und lässt frustrierte Weisheiten à la "Männer sind Kinder, die nur wie Erwachsene angezogen sind" vom Stapel.
 
Als der Obdachlose Michel schließlich nicht mehr im Hauseingang, sondern auf der weißen Designercouch hockt, kommt das Potenzial der Komödie richtig zur Geltung. Über den Ekel vor dem stinkenden Michel verliert Sarah plötzlich ihren jugendlichen Idealismus. Die oberflächliche Heiterkeit verstummt, als der ehemalige Informatiker von seiner Vergangenheit als Familienvater erzählt: "Man glaubt immer, sowas passiert einem selbst nie."
 
Hier sind gesellschaftskritische Momente fein in die Komödie verwoben und entfalten ihren Ernst gerade in den stillen Pausen vor dem nächsten Witz.
 
[In der zweiten Hälfte des Stücks ist] aus dem Obdachlosen ein Anzugträger geworden, der von Catherine weniger aus humanitären, denn aus ehrgeizigen Gründen zum Erfolgstypen getrimmt wird. Eindringlich mimt Daniel Morgenroth den mühevollen und von Selbstzweifeln begleiteten Weg zum Neuanfang.
 
[…] Dass "Auf ein Neues" begeisterte, liegt zum einen an der fabelhaften Inszenierung unter der Regie von Martin Woelffer. Vor allem die Wahl der Musik, von französischen Chansons über stampfende Elektrobeats bis hin zur ein oder anderen Gesangeinlage, bringt die jeweiligen Stimmungen hervorragend zur Geltung. Zum anderen sind es die starken schauspielerischen Leistungen des Trios, die in Waldkraiburg beeindruckten.
 
Von Barbara Wittmann - Waldkraiburger Nachrichten, OVB Heimatzeitungen, Nummer 54, vom 05.03.2013
 
   

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Zwei Frauen und ein Bettler
„Auf ein Neues“ mit Marion Kracht vor 400 Besuchern in Neusäß

„Männer sind Kinder, die nur wie Erwachsene angezogen sind“, erklärt die dynamische, resolute Singlefrau Catherine ihrer rebellisch-punkigen Tochter Sarah in der Komödie „Auf ein Neues“. Im Theaterstück des französischen Erfolgsautors Antoine Rault („Le Caiman“, „Le Diable rouge“) wird das scheinbar wohlgeordnete Leben einer Karrierefrau und alleinerziehenden Mutter durch einen unerwarteten „Gast“, einen Clochard, gehörig durcheinandergewirbelt.
 
In prominenter Besetzung, nämlich mit Marion Kracht als Catherine, und nur einen Tag nach der deutschen Erstaufführung (in Waldkraiburg) brachten die Kempf Theatergastspiele diese turbulente Komödie in der Stadthalle Neusäß zur Aufführung.
 
400 Theaterfreunde wollten die aus unzähligen TV-Serien bekannte Schauspielerin, die für ihr Engagement für Gehörlose 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, auf der Bühne erleben. Ihnen wurde eine kurzweilige, zügige Inszenierung von Martin Woelffer mit vielen Lachern und ein wenig Tiefgang geboten.
 
In für Komödien geradezu idealtypischen 90 Minuten sorgte der Zusammenprall verschiedener Lebenswelten für flottes Amüsement ohne Leerlauf und Durchhänger. Marion Kracht als geschiedene, emotionsarm wirkende Mittvierzigerin, beruflich erfolgreicher denn als alleinerziehende Mutter, und Daniel Morgenroth als liebenswerter, gitarrespielender, von Selbstzweifeln geplagter Clochard bildeten ein denkwürdiges Paar.
 
Den ungepflegten, aber netten Obdachlosen, den Catherine an Heiligabend vor ihrer Wohnungstür antrifft und zunächst hinauswirft, findet ihre 16-jährige, extrem aufmüpfige Tochter Sarah (Lene Wink gefiel durch vitales, herzhaftes Spiel) durchaus sympathisch. Klar, dass es darüber zum Streit mit der „erbarmungslosen“ Mutter kommt, was wiederum dazu führt, dass Catherine den Clochard dann doch dazu einlädt, Weihnachten mit ihr und Sarah gemeinsam zu feiern. Allen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz profitiert das Trio voneinander, lernt Respekt füreinander und probt letztendlich das Miteinander. Denn schließlich sieht ein frisch geduschter, rasierter und gut gekleideter Michel, der sich - als Ex-Informatiker - wieder um Arbeit bemüht, auch in den Augen Catherines, die die Wichtigkeit menschlicher Gefühle neu entdeckt hat, gar nicht mal so übel aus ...
 
Eine Traumrolle also für Marion Kracht, die Catherines Kontrollwahn, ihre Wutausbrüche, ihre Überraschtheit und ihr Überfordertsein mit wahlweise herrischen, empörten und frustrierten Blicken zur Freude des Publikums temperamentvoll auslebte. Am Schluss der glücklich endenden Komödie gab’s stürmischen Applaus für ein Darstellertrio, dessen perfektes Zusammenspiel einen insgesamt beglückenden Theaterabend garantierte.
 
Von Thomas Niedermair - Augsburger Allgemeine, 05.03.2013
 
   

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